von Isabell Schwall, Eichendorff-Gymnasium, Koblenz
Ein berühmter Portraitmaler von Koblenz zur Zeit des Barocks war Heinrich Foelix, der 1732 in Pfaffendorf bei Ehrenbreitstein (Koblenz) geboren wurde. Sein Vater, Johann Conrad Foelix, war seit 1730 kurtrierischer Amtsbote am Hofe in Ehrenbreitstein. Bis zu seinem Auftauchen am Hof in Ehrenbreitstein ist nichts zur Ausbildung Foelix’ bekannt. Er wurde erst seit 1755 am Hof geführt, wo er einige Portraitaufträge für den derzeitigen Kurfürsten Franz Georg von Schönborn ausführte. Nur ein Jahr später in 1756 erhielt er durch den neuen Kurfürsten Johann Phillip von Walderdorff, welcher ein großer Förderer Foelix’ war, ein Stipendium für eine malerische Ausbildung in Paris. Dieses trat er bereits Ende 1756 an.
Während dieser Zeit wissen wir nur wenig über ihn bekannt, allerdings vermutet man, dass er Kontakt zur „Academie Royale de Peinture et de Sculpture“ hatte. Dabei wurde er von der französischen Malerei beeinflusst: unter anderem von den französischen Portraitmalern des Rokoko: Quentin de La Tour und Jean Marc Nattier. Aber auch Werke des berühmten holländischen Künstlers Rembrandt machten diese Künstlern bei ihren Treffen zum Zentrum ihrer Diskussionen und Analysen. Die französischen Künstler beeinflussten Foelix zunächst vor allem in der kurfürstlichen Portraitmalerei, welche nach dem absolutistischen Stil malten. Der bereits 126 Jahre zuvor gestorbene Rembrandt hingegen beeinflusste Foelix vor allem am Ende des kurfürstlichen Staates in Koblenz, worauf ich später noch einmal zu sprechen komme.
Seit 1758 ist Foelix wieder am Hof in Ehrenbreitstein als Portraitmaler nachweisbar. Im Rahmen dieser Anstellung lernte er eine weitere berühmte Persönlichkeit Koblenz’ kennen – den Künstler Januarius Zick, der seit 1761 als kurtrierischer Hofmaler in Ehrenbreitstein residierte. Die beiden Künstler verband die nächsten Jahre eine tiefe Freundschaft, da Januarius Zick sowohl sein Lehrer als auch sein Förderer war und 1781 auch die Patenschaft für den nach Zick benannten Sohn Foelix’, Januarius Foelix, übernahm.
Im Jahre 1769, am 4. April, heiratete Foelix die kurtrierische Hofsängerin Eva Magdalena Anschuez, mit der er zehn Kinder hatte. Trotz einer Festanstellung und einem festen Einkommen Eva Magdalenas war die Familie Foelix von finanziellen Problemen geplagt. Obwohl er seit 1775 als Hofmaler am Koblenzer Hof genannt wurde und während dieser Zeit viele Portraits des damaligen Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen und weiteren gehobenen Persönlichkeiten anfertigte, war Foelix als Maler von seinen Auftraggebern abhängig und bezog kein geregeltes Einkommen.
Der kurtrierische Hof nahm aber aufgrund der beginnenden Französischen Revolution von 1789 ein unglückliches Ende, da im Jahr 1791 die beiden Brüder des gefangen genommenen französischen Königs Ludwig XVI. nach Koblenz flohen. Diese waren die Söhne der Schwester von Kurfürst Clemens Wenzeslaus und der also ihr Onkel war. Sie standen somit in einem engeren Verwandtenverhältnis zu ihm. Ludwig Stanislas Xavier Comte de Provence, der spätere König Ludwig XVIII. (1814/15-1824), und der spätere König Karl X. (1824-1830) machten Koblenz zum Zentrum der Gegenrevolution, anfangs noch mit Unterstützung des amtierenden Kurfürsten, zunehmend allerdings gegen sein Verbot – was sich darin auswirkte, dass der Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen 1792 nach einem Vorstoß der französischen Revolutionsarmee an den Rhein aus Koblenz floh. 1794 rückten französische Truppen in Koblenz ein, denen bei der Festung bis 1797 unter Führung des Koblenzer Oberst Johann Philipp von Faber Widerstand geleistet wurde. Letztendlich musste jedoch auch die Festung auf dem Ehrenbreitstein kapitulieren und Koblenz stand für die nächsten 20 Jahre unter französischer Herrschaft. Diesem Oberst Johann Philipp von Faber widmete Foelix 1797 noch ein Portrait, kurz bevor dieser gegen die französische Revolutionsarmee aufgeben musste. Außerdem geht man davon aus, dass Foelix während dem hohen Besuch aus Frankreich einige Portraits von den späteren französischen Königen anfertigte. Doch hat man dazu keine festen Belege, da die Bilder von den französischen Bourbonen mitgenommen wurden und man lediglich zwei Portraits der beiden Brüder eines unbekannten Malers vorliegen hat. Dabei nimmt man jedoch an, dass diese vom Koblenzer Maler Foelix angefertigt wurden.
Für Heinrich Foelix und seine Kollegen bedeutete die Flucht des Kurfürsten von 1792 das Ende einer glorreichen Epoche und der Zeit der absolutistischen Auftraggeber. Sie entwickelte sich zu einem bürgerlichen Kunstbetrieb, bei der sich die finanzielle Lage der Künstler entscheidend
verschlechterte. Dieser Wandel drückte sich auch in Foelix’ Werken aus: Er wandte sich mehr und mehr der bürgerlichen Malerei zu, indem er von dem absolutistischen Ideal abließ und, wie oben bereits erwähnt, Rembrandt in seiner individuellen Malweise folgte. Dabei gibt es verblüffende Ähnlichkeiten zwischen einem Selbstbildnis Foelix’ von 1800 und den Selbstbildnissen Rembrandts, da beide eine gleichartige Malweise und Farbwahl benutzen. Bei Foelix ist bei seinem Selbstbildnis im Vergleich zu vorigen Werken ein Wandel vom Berufs- und Standesportrait zur individuellen Ausdrucksstudie erkennbar, da von der übertriebenen Herrlichkeit des Hofes im Zeichen des Absolutismus abgelassen wurde. Stattdessen widmete er sich der bürgerlichen Einfachheit und Alltäglichkeit, womit er sich endgültig für die Rembrandtsche Malweise entschied.
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In 1801 zog er völlig verarmt in die Kastorgasse nach Koblenz, wo er am 5. April 1803 verstarb. Noch heute kann man Werke Foelix’ im Mittelrhein Museum Koblenz betrachten, wo im Jahr 2003 eine Ausstellung anlässlich seines 200. Todestages gezeigt wurde.
Literaturangaben
- BRAUKSIEPE, Bernd / NEUGEBAUER, Anton, 250 [Zweihundertfünfzig] Maler in Rheinland-Pfalz, Maler u. Grafiker, Mainz-Hechtsheim 1986.
- KARRENBROCK-BERGER, Anneli, Das Mutter-Beethoven-Haus – Höfische Kultur und gesellschaftliches Leben in Ehrenbreitstein“, Koblenz 2005.
- KRAMP, Mario, Ein letzter Glanz: Die Koblenzer Residenz des Kurfürsten; Zum 200. Todesjahr des Hofmalers Heinrich Foelix“, Koblenz 2003.
- SCHIEDER, Martin, Sprechende Hände - Geste und Gebärde in Werken der bildenden Kunst aus eigenen Beständen, Koblenz 1996.
- Mittelrhein-Museum Koblenz, (Zugriff: 01.02.2010).
Materialen
- Clemens Wenzeslaus von Sachsen, Gemälde von Heinrich Foelix, kurz nach 1776. Kurfürstliche Portraitmalerei in absolutistischen Stil.
(Quelle: Wikipedia, Zugriff: 08.02.2010).
- Selbstportrait von Heinrich Foelix, um 1800.
Bürgerliche Portraitmalerei in individueller Ausdrucksstudie (bürgerliche Einfachheit und Alltäglichkeit). Aufgrund keiner Ausleihmöglichkeit des Buches seitens der Bibliothek, und sehr schlechter Kopierqualität leider nur sehr schlecht erkennbar (beide Kopien sind ein und dasselbe Bild).
(Quelle: KRAMP, Mario, „Ein letzter Glanz: Die Koblenzer Residenz des Kurfürsten; Zum 200. Todesjahr des Hofmalers Heinrich Foelix“, in: Mittelrhein-Museum Koblenz, „Kleine Reihe 2“, Koblenz 2003, S.68).
- Selbstportrait von Rembrandt, um 1669.
Bürgerliche Portraitmalerei in individueller Ausdrucksstudie (bürgerliche Einfachheit und Alltäglichkeit).
(Quelle: Wikipedia, Zugriff: 08.02.2010).