"Im kulturellen Gedächtnis Russlands nimmt die Porträt¬malerei des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts eine herausragende Rolle ein. Von der westlichen kunsthisto¬rischen ¬Forschung ist sie hingegen bisher als epigonal, minderwertig oder uninteressant ¬vernachlässigt worden. Erstmals widmet sich nun diese Studie den russischen Porträts dieser Epoche. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Aspekt der Geschlechter¬differenz. Denn die Zeit um 1800 ist in Russland von einer Hinwendung zum ästhetischen Kanon der westeuropäischen Kunst geprägt, im Zuge derer auch die entsprechenden Ge¬schlechterrollen übernommen werden. Indem die Autorin die Porträts mit zeit-genössischen kunsttheoretischen Quellen, aber auch mit Erziehungstraktaten und ¬Lobgedichten in Ver-bindung bringt, kann sie zeigen, wie sich geschlechtsspezifische Unterschiede in die Malerei einschreiben und dazu bei¬tragen, bestimmte Rollen als nachahmenswert erscheinen zu lassen. Es wird deutlich, dass sich eine Mischung aus westeuropäischen Einflüssen und russischen Traditionen, aus höfischen Rollen und bürgerlichen Verhaltensidealen in der reichhaltigen russischen Porträtkunst niederschlägt." (Source: Böhlau Verlag Köln).
Napp, A., 2008. Russische Porträts: Geschlechterdifferenz in der Malerei zwischen 1760 und 1820. Köln Weimar: Böhlau Verlag.
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Martina Winkler: Rezension zu: Napp, A., 2010. Russische Portraits. Geschlechterdifferenz in der Malerei zwischen 1760 und 1820. Köln in: H-Soz-u-Kult, 05.08.2010, verfügbar <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-3-086> [Zugriff: 05.08.2010].
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